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Regionaler Vertrieb von Lebensmitteln
aus kontrolliert biologischem Anbau

Historie

Alles begann im Frühjahr 1982 während meiner Landwirtschaftslehre mit einem alten VW-Bus, für 800 DM von den Stadtwerken ersteigert, einem Sack Reis, einem Sack Müsli und einem gepachteten Kartoffelacker im rauen Schwarzwald auf 900m Höhe. Die Arbeit war hart und brachte wenig Ertrag, aber es machte Spaß, mit der Scholle zu arbeiten, andere Wege zu gehen nach einem Universitätsstudium, auszubrechen aus vorbestimmten Bahnen, nach neuen politischen Werten zu suchen, in der Anti-AKW-Bewegung aktiv zu sein, Umweltschutz zu leben, den Ortsverband St. Georgen der jungen, aufwieglerisch anmutenden Partei "Die Grünen" mitzugründen, argwöhnisch beobachtet vom bisherigen Parteienspektrum in der tiefen Provinz. Trotz Heerscharen von Kartoffelkäfern und Krautfäule, unter den kritischen Blicken der Nachbarn über den „Biokartoffelacker“, ging es voran, langsam und stetig, im Bewusstsein, etwas wichtiges angeschoben zu haben.

Das große Interesse im Freundes- und Bekanntenkreis an natürlicher Ernährung und gesunden Lebensmitteln bewog mich im Winter 1982/83 zu einer ersten Fahrt mit dem VW-Bulli zu Rapunzel ins Allgäu. Auf einer alten Küchenwaage wogen wir einen 25kg Sack Müsli und einen Sack ungeschälten Reis in kleine Portionen ab. Umweltpolitisch und sozial engagierte Menschen wurden aufmerksam. „Kannst du uns bei der nächsten Fahrt auch etwas mitbesorgen?“ Auf diesem Hintergrund wurden erste Fahrten an den Kaiserstuhl und in die Ortenau organisiert, um vom Demeterhof Franz Schüber in Jechtingen Spargel, Kirschen und einen knackigen Müller-Thurgau zu besorgen. Gemüse und Salate lieferte die Demeter Gärtnerei Otto Schneider in Großweier, das Biovollkornbrot - etwas total spektakuläres und neues im Schwarzwald-bezogen wir von der Demeterbäckerei Brose in Renchen.

Mund -zu- Mund Propaganda war der einzige und beste Werbeträger, die Szene wuchs. Bei Schneesturm wurde aus-und eingeladen,in der Bauernstube am Kachelofen verkostet. Es entstand ein Netz von Haus-zu-Haus Belieferungen, Szenekneipen orderten Kaiserstühler Biowein, in Hartmut Hausers vegetarischem Restaurant wurden legendäre Tofu-Lauch-Seitan-Gerichte mit unseren Zutaten angeboten.Schnell waren Kontakte zu Marktfahrern, zur Naturata in Schwenningen, zum Bioladen in Villingen, zum Tofu-Hersteller Zollhäusle in Zollhaus und zur Demeter-Gärtnerei Mössner in Wolterdingen geknüpft. Einige Pioniere des Biolandbaus und der Vermarktung fanden so zusammen und das Sortiment konnte ständig erweitert werden.

In den darauffolgenden Jahren entstand aus einem überschaubaren Bio-Landhandel im Herzen des Schwarzwaldes und dem Umzug nach Freiburg 1988 ein bis heute florierendes Unternehmen.

Jürgen Schuchardt